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Willkommen zum Centro Giacometti

 

Centro Giacometti: Programmvorschau 2022

Anlässlich des 75.sten Todesjahres von Augusto Giacometti (1877-1947) widmet das Centro Giacometti das Gros seiner Aktivitäten diesem herausragenden Schweizer Künstler aus Stampa. Die Veranstaltungen beginnen am 15. April im Rahmen von ARTipasto und setzen sich mit der Präsentation seiner neuen Biografie, mit der Eröffnung einer auch ihm gewidmeten Ausstellung und mit zwei Gedenkanlässen fort, eine in Zürich und eine in Stampa. Das Centro präsentiert aber auch eine Alberto Giacometti gewidmete thematische Ausstellung. Vollständige Vorschau 2022 herunterladen

   

Verein arco maloja: wertvolles Geschenk an das Centro Giacometti

Maloja und Stampa, 29.10.2021 / Am 28. Juni 2003 wurde in der Rotunde in Maloja die Schau «Giovanni Segantini» präsentiert, eine Dokumentation zum Leben, Schaffen und Sterben des Künstlers im Bergell und im Engadin. Bald danach musste die eigentlich als permanente Installation im «Segantini Atelier» in Maloja vorgesehene Ausstellung aber abgebaut und magaziniert werden. In den letzten zehn Jahren lagerte diese in einer Katakombe. Nun schenkte der Verein arco maloja die Ausstellung der Fondazione Centro Giacometti, die alles daransetzen wird, diese zu neuem Glanz zu verhelfen.

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Susanna Maria Riklin hat uns für immer verlassen

Susanna M. Riklin aus Luzern ist am 20. Oktober 2021 «friedlich ins Licht gegangen». Dies ist der Todesanzeige der Familie in der «Luzerner Zeitung» zu entnehmen. Susannas Grosseltern, Franz Beda und Sophia Riklin-Fiechter, pflegten eine freundschaftliche Verbindung zu Augusto Giacometti und so kam es dazu, dass der Maler der Götti von Susannas Vater Peter Anton wurde. Von ihren Eltern war Susanna beauftragt worden, Briefe Augustos an die Familie sorgfältig für die Nachwelt aufzubewahren, was sie mit grossem Respekt auch tat. Die Fondazione Centro Giacometti spricht der Familie von Susanna M. Riklin das tiefste Beileid aus.

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Ulrika Sparre: die Künstlerin, die auf Steine hört

Vom 29. bis zum 31. Oktober 2021 weilte die Schwedin Ulrika Sparre in Stampa, begleitet vom Fotografen Fredrik Sweger und von der Kunsthistorikerin Virginia Marano. Sparre besuchte gezielt Steine, um ihre Erzählungen zu hören. Sie hielt sich lange in der Höhle unter dem goldenen Monolithen auf, untersuchte den schwarzen Block auf Cresta und lauschte den grossen Gesteinen am Fusse des Hügels San Pietro zu. Vor ihrer Abreise besuchte die Künstlerin noch den Friedhof von San Giorgio, wo sie vor den Grabsteinen innehielt und aufmerksam zuhörte.

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Das Projekt des Centro Giacometti in Stampa

 

In Stampa vollbrachten die Künstler der Familie Giacometti in der modernen Malerei ein Feuerwerk der Evolution. Wie geht aber ein kleines Bergdorf mit seinem einmaligen immateriellen Kulturerbe um? Diese Frage ist für Stampa nach wie vor aktuell, da man bisher den Weg zur respektvollen und zeitgemässen Würdigung von bedeutenden Persönlichkeiten noch nicht gefunden hat. Stampa ist Geburts-, Wohn- und Arbeitsort der Giacometti-Künstler.

Das Bergell, mit Castasegna, Bondo, Soglio, Borgonovo, Vicosoprano, Maloja und anderen hübschen Dörfern, dient heute hauptsächlich als Verbindungstrasse zwischen den Tourismushochburgen des Engadins und des Comersees. Die meisten Menschen, die hier durchfahren, finden aber heute nichts vor, was sie zum Anhalten bewegen würde. Das Bergtal hat also die Chance, seine Rolle als Gastgeber von kulturaffinen Wanderern aus der ganzen Welt neu zu entdecken.

Sein Schatz: ein bedeutendes Kapitel Kunstgeschichte der Moderne und eine gut erhaltene Kulturlandschaft. Es ist also naheliegend, den Gästen Geschichten zu erzählen und ihnen Wandererlebnisse zu bieten. Dabei sollen nicht Kunstwerke im Zentrum stehen, sondern die Künstler selbst. So kann man auf der Herzensebene Gäste begeistern.

Der berühmteste aller Giacomettis ist Alberto; an ihm müssen wir die Geschichte aufhängen. Wir sollen aber auch zu seinen Verwandten, Malern und Intellektuellen, kommen: zu seinem Vater Giovanni und zu dessen Cousin zweiten Grades Augusto, zu den Geschwistern Diego, Ottilia und Bruno, zur Mutter Annetta, zum Cousin Zaccaria.

Wir müssen aber noch weiter gehen und bis zum Geheimnis vorstossen, das den Aufstieg Albertos zum Weltkünstler überhaupt ermöglichte: also auch über die gewöhnlichen Menschen des Bergells sprechen, die - aus der Not heraus und in weiser Voraussicht - ihre Kinder seit dem 18. Jahrhundert ausbildeten und sie in vielen Städten Europas hinausschickten. Dort wurden sie, mit Mut und Arbeit, als Zuckerbäcker, Cafetiers und Kleinhändler erfolgreich. Und entdeckten dabei neue Kulturen und lernten, kreativ zu sein.

Das Centro Giacometti wendet sich im Jahr 2020 also an die Gemeinde Bregaglia mit dem Angebot, das Projekt zur Vermittlung des Giacometti-Erbes in Angriff zu nehmen. Dabei wollen wir uns an die Vorstellung Alberto Giacomettis im Umgang mit seinem Nachlass in Stampa halten: die Sachen sollen da sein, ohne sie aber auf Anhieb sehen zu können. In diesem Sinn äusserte er sich im Sommer 1965 gegenüber Paola Salvioni Martini, die ihn hier besuchte: «Als Mutter starb, hätte ich am liebsten ein Loch in den Garten gegraben und alles hineingeworfen, die Möbel, die Bilder. Es gab keinen Grund mehr, die Dinge so zu lassen wie sie sind, oder?! Am liebsten hätte ich ein riesiges Loch gemacht, vielleicht auch betoniert, damit die Dinge erhalten bleiben, aber so, dass niemand sie sieht! Weil ich keine Beziehung dazu habe, lasse ich die Dinge, die mich im Haus in Stampa umgeben, so wie sie sind.»

Wir wollen also das Giacometti-Universum im Mikrokosmus des Bergells nachwirken lassen und die bäuerliche Architektur eines ganzen Quartiers von Stampa zu Behältnissen von Wissen über sechs Vertreter der Künstlerfamilie umnutzen, gleichsam als würdig aufbewahrte historische Dokumentation aus der Zeit, in der die Künstler lebten. Es war Diego Giovanoli, der unser Vorhaben kürzlich so treffend formulierte. Damit wir besser verstehen, wie bedeutend es ist, die Entdeckerfreude und die Gestaltungslust der Kinder zu fördern, wie ein vielschichtiges und bedeutendes Werk entstand und weshalb viele Menschen heute noch an Giacometti-Persönlichkeiten anknüpfen.

Stampa, im Dezember 2019

Marco Giacometti, Präsident der Fondazione Centro Giacometti

 

Masterplan für das Centro Giacometti herunterladen (auf Italienisch)


Das Centro Giacometti besitzt keine Kunstwerke und organisiert auch keine Ausstellung mit Werken der Künstlerfamilie Giacometti.
Die grossen Sammlungen, die weltweit gezeigt werden, gehören der Fondation Alberto et Annette Giacometti in Paris und der Alberto Giacometti-Stiftung in Zürich.
Für die Authentifizierung von Werken, die möglicherweise von Alberto Giacometti geschaffen worden sind: Comité Giacometti in Paris kontaktieren.

   

Augusto-Biografie

Geschichte des Muretto

Alberto, neuer Fotoband

Leggere la Bregaglia

Zaccaria Giacometti

Frühgeschichte Bergell

Künstlerdynastie

 

Giacometti Art Walk

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Statements

Marco Giacometti

Wir wollen versuchen, die Kumulation von Ereignissen in jenem kurzen historischen Moment zum Ausdruck zu bringen, in dem der radikalste Bruch in der Geschichte der modernen Bildhauerei durch Alberto Giacometti entstehen konnte. Die Bergeller Begebenheiten sind dafür von zentraler Bedeutung. Als Leitidee kann die Bedeutung der Frühförderung von Talenten gelten, die nicht nur im Sport oder in MINT-Fächern für die Laufbahn von Individuen ausserordentlich wichtig ist, sondern auch bei Disziplinen mit kreativem Hintergrund. Bei der Analyse der Laufbahnen aller Giacometti-Künstler wird dies sehr deutlich.

Marco Giacometti, Präsident der Fondazione Centro Giacometti, 12.11.2017