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Si è spento Remo Maurizio, l’anima della Ciäsa Granda

Flin, Bregaglia, 31 marzo 2017 / Si è spento oggi, ottantatreenne, Remo Maurizio, insegnante, naturalista e divulgatore culturale bregagliotto. Era nato e cresciuto a Vicosoprano. Aveva poi studiato a Coira, Zurigo e a Parigi, dove frequentò Alberto e Diego Giacometti. Stimato maestro di scuola secondaria per i rami scientifici, Remo Maurizio aveva, nel corso degli anni, realizzato a Stampa il museo etnografico bregagliotto. I suoi svariati studi scientifici e le sue innumerevoli pubblicazioni avevano fatto di lui un profondo conoscitore della fauna, della flora, della geologia e della cultura della sua valle. Maurizio ha contribuito a far conoscere la Bregaglia quale prezioso spazio naturale e culturale. Nel 1973 l’Università di Basilea gli aveva conferito il dottorato honoris causa, e nel 2007 Maurizio aveva ottenuto il premio grigionese per la cultura.
Alla sua famiglia esprimiamo le nostre più sentite condoglianze.


Nel 2008, Remo Maurizio aveva dato le dimissioni quale direttore del museo di valle. Si era ritirato dalla vita pubblica tralasciando di regolare la sua successione. Ancor’oggi manca dunque, nella Ciäsa Granda, una qualificata gestione delle collezioni naturalistiche ed etnografiche. Malgrado ciò, il solco lasciato in Bregaglia dal dott. Maurizio è molto profondo. Permetterà alle forze innovative, indirizzate alla collaborazione, di proseguire il suo lavoro di ricerca e divulgazione culturale. Siamo profondamente grati a Remo Maurizio per la sua passione e il suo impegno in favore della Bregaglia e del Grigione Italiano. Il seme da lui sparso germinerà.

Marco Giacometti, Presidente della Fondazione Centro Giacometti


Foto (Archivio storico Centro Giacometti): il dott. Remo Maurizio davanti a casa sua nel 2008


Laudatio in onore del Dr. h.c. Remo Maurizio

Cerimonia di conferimento del premio grigionese per la cultura 2007, Coira, 16.11.07
di Marco Giacometti, Stampa


Egregio signor Presidente del Governo
Gentili signore e signori
Stimato Remo Maurizio

A Coira, una città che ben conosci, ma che non è diventata il centro della Tua attività professionale, ricevi oggi una riconoscenza che rende fiera la piccola comunità di lingua italiana del nostro Cantone.

Doctor honoris causa Remo Maurizio ist ein Bergeller. 1933 in Vicosoprano geboren und aufgewachsen, besuchte er das Lehrerseminar in Chur und studierte an der Universität Zürich. Im Jahr 1958 erlangte Remo Maurizio das Sekundarlehrerdiplom des Kantons Zürich.
Während seiner Studienzeit hielt er sich während sechs Monaten in Paris auf. Hier lernte Dr. Marurizio Alberto Giacometti kennen, mit dem er sich wöchentlich traf. Es entstand eine persönliche Freundschaft. Gerade wegen dieser, auf Vertrauen und Respekt basierenden Beziehung vermied es Dr. Maurizio, Erlebnisberichte über seine Bekanntschaft mit dem weltberühmten Künstler zu veröffentlichen.

Nach der Ausbildungszeit folgte eine lange Zeit des Lehrens: vierzig Jahre war Remo Maurizio Sekundarlehrer für Mathematik und naturkundlichen Fächern im Bergell. Seinen Schülern ist er in Erinnerung geblieben: die berüchtigte Prüfungsfrage zu Beginn einer jeden Stunde, die klar gegliederten Lektionen, die Disziplin während des Unterrichts...

Die Interessen und das Engagement von Remo Maurizio reichten aber weit über jene eines klassischen Pädagogen. Maurizio widmete seine Kompetenzen und unendlich viele Stunden seines Lebens auch der naturkundlichen Forschung und der Kulturvermittlung im Tal. Sein diszipliniertes und konsequentes Arbeiten - bei den Begehungen in der Natur, bei der Dokumentation, der Ablage von Objekten - war eine Grundlage für seinen Erfolg: Informationen und Sammelstücke, die ausgewertet und präsentiert werden wollten, türmten sich.

Der Forscher
Seit 1960 erforscht der Preisträger zahlreiche Facetten der Natur im Bergell und in den angrenzenden Gebieten, vom Comersee bis hinauf zur Oberengadiner Seenplatte. Gegenstand seiner Forschung sind Mineralogie und Geologie, Flora und Fauna; Steine, Pflanzen, Vögel und Kleinsäuger zogen seine Aufmerksamkeit an. Maurizio beschäftigte sich mit Artenvielfalt lange bevor der Begriff „Biodiversität“ in Mode geraten ist.

Die Forschungsarbeiten von Dr. Maurizio haben dazu geführt, dass der Stand des Wissens über Vorkommen und Verbreitung von Mineralien, Pflanzen und Tieren im Bergell bemerkenswert gross ist. Maurizio beschäftigte sich aber auch mit ökologisch-soziologischen Fragestellungen; so wies er nach, dass der Lebensraum der zwei im Bergell heimischen Maulwurfarten scharf abgegrenzt ist, dass sich die beiden Arten nicht vertragen. Talpa europaea bis zu jenem Bach, Talpa caeca jenseits (parapatrisches Muster).
Die Ergebnisse aus der mehr als 45 Jahre dauernden Forschungsperiode veröffentlichte Dr. Maurizio in über 100 wissenschaftlichen Publikationen und Buchbeiträgen.
Es ist aber auch ein Bemühen von Dr. Maurizio, sein Wissen in Übersichtsarbeiten zusammen zu stellen. So ist sein Mineralienbuch 1995 erschienen. Vor kurzem erschien das Handbuch über die Vögel des Südostens von Graubünden. Und kurz vor der Veröffentlichung steht nun eine über 400 Seiten starken Zusammenstellung über die Bergeller Flora*.

Dr. Maurizio baute ein dichtes Netz von Partnern auf. Er arbeitete mit Fachleuten von Forschungseinrichtungen aus dem In- und Ausland. Zu nennen sind beispielsweise die ETH Zürich, das Zoologische Institut der Universität Lausanne, die schweizerische Vogelwarte Sempach sowie Institute in Italien, Deutschland und Österreich.
Dass im Bergell jemand am Werk ist, der Aussergewöhnliches leistet, hat die Universität von Basel bereits früh festgestellt und Herrn Maurizio im Jahr 1973 die Ehrendoktorwürde verliehen. Uns Sekundarschülern zeige die Übergabe dieser bedeutenden Urkunde, dass es etwas anderes geben muss als die Routine des Alltags – besondere Welten, besondere Leistungen, besondere Gesellschaftskreise. Genau einordnen konnten wir dies jedoch nicht. Für Remo Maurizio bedeutete die Auszeichnung eine Anerkennung, die Katalysator-Wirkung zeigte.

Der Vermittler von Kultur

Zum Kulturvermittler ist Dr. Maurizio über seine ersten Tier-Dioramen in der Ciäsa Granda in Stampa geworden. Als Gianin Gianotti, der damalige Museumsleiter, unvermittelt starb, übernahm der Preisträger die Rolle des Kurators des Talmuseums –  weil sich sonst niemand anerbot, so Maurizio. Er wurde zum unermüdlichen Förderer und Gestalter der Schaustellung von heimischen Präparaten, Objekten, kulturellen Leistungen der Talbevölkerung und von Kunstwerken.
Volkskunde, Naturkunde und Kunst sind denn auch die Pfeiler der Ciäsa Granda. Die Dauerausstellung, die Maurizio ständig ausbaute und verfeinerte, lief neben zahlreichen von ihm organisierten Wechselaustellungen, die sich vornehmlich dem heimischen Kunstschaffen widmeten. Maurizio dokumentierte auch verschiedene Kulturaspekte des Bergells: Bergwerke, Verarbeitung von Leinen, Wolfsfallen...

Bei der Kunst stellte Maurizio bald einmal fest, dass mehr Raum erforderlich ist. So wurde er zum Initiator und Koordinator für die Realisierung der Sala Giacometti und Varlin. Die Erstellung der neuen Räumlichkeiten wurde vom Bund, von der Stadt Zürich, von der Region Bergell und auch vom Kanton Graubünden unterstützt. Dieser Saal zeigt deutlich auf, dass Initiativen aus der Peripherie von den Zentren Unterstützung finden, wenn Inhalt und Qualität stimmen. Das Bergell könnte, wenn es wollte, von der Erfahrung mit der Sala Giacometti-Varlin lernen. Potenzial ist vorhanden.

Zum Schluss

Ein Lebenswerk wie jenes von Remo Maurizio ist nicht im Alleingang möglich. Eine wichtige Rolle spielte seine Ehefrau Dina Maurizio-Giovanoli, die wir an dieser Stelle gerne erwähnen möchten. Auch die Bergeller Bevölkerung hat das Wirken von Maurizio stets geschätzt und mit ihm Funde und Befunde geteilt.
Dr. Maurizio wirkte in einer Randregion, im Stillen. Er blieb seiner Heimat treu. Mit diesem Kulturpreis wird kund getan, dass Forschung und Kulturvermittlung im Bergell auch Forschung und Kulturvermittung für Graubünden ist.

 

* Die "Flora des Bergells, mit Andeutung der Grenzgebiete" von Remo Maurizio ist im Jahr 2009 als Band 62 von Boissiera erschienen, herausgegeben vom Conservatoire et Jardin botaniques de la Ville de Genève (370 Seiten)

Foto (Keystone): Remo Maurizio (links) dirigiert das Bergeller Männerchor beim Begräbnis von Alberto Giacometti am 15. Januar 1966

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Il Centro Giacometti sarebbe un arricchimento culturale di valore inestimabile non solo per la Bregaglia, ma per tutto il Cantone dei Grigioni

Consigliere nazionale Heinz Brand, Klosters, 6 aprile 2012