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Castelmur - Nossa Dona

Auf einem dreistufigen Felsriegel oberhalb des Dorfes Promontogno liegen die Ruinen von Castelmur. Die Anlage wird heute von der Kantonsstrasse in einem Tunnel unterfahren.

Den tiefsten und nördlichsten Teil der Anlage bildete, auf der Terrasse oberhalb der Maira-Schlucht, die Strassensperre «Müraia». Auf der West- und Ostseite lag je eine rund 3.70 Meter starke Mauer mit einem Tor. Auf der Talseite haben sich Reste eines Wehrgangs erhalten. Die westliche Mauer ist zerfallen. Auf dem Plateau wurden in den 1920er Jahren Reste von römischen Gebäuden mit Hypocaust-Heizung gefunden, die zur römischen Strassenstation «Murus» gehörten.

Darüber, auf einer langgezogenen Felsrippe, liegen die Ruinen der einstigen Feudalburg. Die Anlage war von einem unregelmässig um das Felsplateau führenden Bering umgeben, dessen Tor auf der Südseite lag. Erhalten hat sich ein mächtiger, fünfstöckiger, quadratischer Wohnturm, der um 1300 entstand. Er weist einen Grundriss von 12 x 12 Metern auf, die Mauerstärke beträgt 2.4 Meter. Der Hocheingang lag in der Ostwand im 2. Geschoss und war über eine hölzerne Aussentreppe erreichbar. Im 3. und 4. Geschoss führte je ein schräger Rauchabzug für einen offenen Kamin nach aussen. Im 3. Geschoss der Westwand führte eine Türe auf einen Balkon oder in ein angrenzendes Gebäude. Auf der Südseite lag ein Ausgang auf einen um den ganzen Turm führenden Laubengang, dessen Gehhorizont noch durch die Balkenlöcher erkennbar ist.

Im Jahr 831 wird die Talsperre «Castellum ad Bregalliam» genannt. Die Herren von Castelmur erscheinen mit Albertus de Castello Muro erstmals im Jahr 1190. 1430 sass Andreas von Salis-Soglio auf Castelmur. Im 15. Jahrhundert verlor die Burg ihre militärische Bedeutung und wurde bald einmal aufgegeben.

Die südlich davon stehende Kirche Nossa Donna ist erstmals im Jahr 988 erwähnt. Im 16. Jahrhundert zerfiel sie. Giovanni de Castelmur (1800 – 1871) gab die Restaurierung der Ruinen in Auftrag und liess um 1845 die Kirche Nossa Donna neu aufbauen. Der Kirchturm stammt jedoch von der Vorgängerkirche.

 

Statements

Gian Andrea Walther

Giacometti ist eines der wenigen Potenziale, die wir im Bergell haben. Sein Name sichert uns auf Europas Landkarte einen Platz. Wir sollten uns der kulturellen Pflicht nicht entziehen und Interessierten die Möglichkeit geben, "Giacometti Luft" zu atmen. 
Gian Andrea Walther, ehemaliger Präsident der Società culturale di Bregaglia, sez. PGI, 24.8.08 
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