ITDE
   
Text Size

Ausstellung „Die Gesichter von Soshana und Alberto Giacometti“



"Die Gesichter von Soshana und Alberto Giacometti" ist der Titel der im Salone des Centro Giacometti in Stampa vom 3. Juli bis zum 29. August 2021 eingerichteten Ausstellung. Die Veranstaltung zelebriert die unerwartete Begegnung zwischen Giacomettis unsichtbarer Präsenz und dem absoluten Pinselstrich von Soshana, einer österreichischen Malerin und Freundin des Schweizer Künstlers. Die ausgestellten Kunstwerke verdeutlichen die Verbindung zwischen den Bedeutungen des Gesichts der Erinnerung, der Abwesenheit und des Traumas, um eine Beziehung zwischen feministischer Theorie und phänomenologischer Ästhetik aufzuzeigen.

«Im Licht des Angesichts zu wandeln bedeutet, diese Offenheit zu sein, sie zu ertragen».
Giorgio Agamben, Mezzi senza fine [Endlose Mittel], Bollati Boringhieri, Turin 1996, 43.


In der Ausstellung zu bewundern werden zehn Arbeiten auf Papier sein, vierundzwanzig Arbeiten auf Leinwand, darunter ihr Porträt von Alberto Giacometti aus dem Jahr 1963. Ausserdem werden mehrere Briefe von Giacometti an Soshana, die alle aus der Wiener Sammlung des Sohnes Amos Schueller stammen, präsentiert.

Die figürlichen und abstrakten Darstellungen erforschen die Beziehung zwischen Raum, Geschichte, Geschlecht und Sexualität. Soshana ersinnt Gesichter und Konturen, dekliniert sie durch Grau- und Schwarztöne der Angst, die Visionen von anthropomorphen Kräften an denselben Rändern des Sichtbaren materialisieren. Feine Figuren lehnen sich an dunkle Vorhänge oder projizieren sich auf goldene Hintergründe, um dann mit einem Gefühl von Angst und Verwirrung im Theater des Lebens emporzuwachsen.

Die Verbindung mit Giacomettis Werk manifestiert sich in der figurativen Studie, eingefügt in einen imaginären Raum. Soshana bezeichnet ihre Figuren als "naturalistisch", auf der Suche nach präziser Anatomie in Verbindung mit spiritueller Einfachheit. Was beeindruckt ist die Haltung der dargestellten Menschen, die im Akt des Fallens oder Seufzens den Charakter, das Gefühl, die Stärke und Schwäche eines jeden von uns zum Ausdruck bringen. Die Realität kann nicht in ihrer Gesamtheit und Objektivität dargestellt werden, da nur unsere Wahrnehmung der Realität nachgebildet werden kann. Das reale Wesen verändert sich im Hinblick auf die wechselnde Wahrnehmung des Künstlers und das Sichtbare tendiert dazu, unsichtbar zu werden. In diesem Sinne haben Giacometti und Soshana die Suche nach dem Absoluten gemeinsam, verstanden nicht als ein Verlangen nach künstlerischer Perfektion, sondern als die Möglichkeit, das Sichtbare aus künstlerischer Sicht darzustellen. Ein grosses Lebensziel und eine nie enden wollende Suche.

Indem die Ausstellung die existenzielle Beziehung zwischen den beiden Künstlern dokumentiert und bezeugt, die in vielerlei Hinsicht noch wenig erforscht ist, privilegiert sie einen historisch-kritischen Ansatz, um den regionalen Kontext durch eine weitreichende, interkulturelle Initiative von internationalem Wert zur Geltung zu bringen.


Veranstalter: Amici del Centro Giacometti, Stampa
Leihgeber: Amos Schueller, Wien
Kuratorin: Virginia Marano, Universität Zürich
Architektonische Ausstettung: Alder Clavuot Nunzi Architekten, Soglio

Mit der Unterstützung von:
Comune di Bregaglia
Amici del Centro Giacometti
Fondazione Centro Giacometti
Ufficio cella cultura dei Grigioni / Swisslos
Regione Maloja




Augusto-Biografie

Geschichte des Muretto

Alberto, neuer Fotoband

Leggere la Bregaglia

Zaccaria Giacometti

Frühgeschichte Bergell

Künstlerdynastie

 

Giacometti Art Walk

Linea Centro Giacometti

Teilen

Wissenschaftspartner

 

Mit Unterstützung von

 

Mitglieder

 

Statements

Andreas Kley

 

Ich wollte Sie nur wissen lassen, dass ich das Projekt des Centro Giacometti gerne unterstütze, soweit es Zaccaria Giacometti anbelangt.
Prof. Dr. Andreas Kley, Ordinarius, Lehrstuhl für öffentliches Recht, Verfassungsgesschichte sowie Staats- und Rechtsphilisophie am Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich, 20. August 2010