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Espace des inventions auf Erkundungstour im Bergell

Bregaglia, 24. – 27. September 2017 / Ein Team des Lausanner Espace des inventions weilte kürzlich während einiger Tage im Bergell. Zusammen mit dem Centro Giacometti bereitet die auf Werkstätten für Jugendliche spezialisierte Waadtländer Institution eine Ausstellung zum Werk und zum Leben der Künstler von Stampa. Es handelt sich um eine speziell auf die Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen zugeschnittene Präsentation, die ab Mai 2018 in Stampa zu sehen sein wird. Kombiniert mit Giacometti Art Walk® wird das Bergell damit zum idealen Ausflugsziel für Schulklassen zum Thema Kunst. Unterdessen erhielt das Projekt finanzielle Beiträgen von Seiten der Kulturförderung des Kantons Graubünden / Swisslos (20'000 CHF) und von der Gemeinde Bregaglia (10'000 CHF).


Da ün Giacometti e l’altar“ (Von einem Giacometti zum Nächsten, auf Bergeller Dialekt) heisst die Ausstellung, deren Szenografie von den Bergeller Bergen und von der gut erhaltenen Gebirgslandschaft inspiriert ist. Das innovative Projekt findet die Unterstützung der Rechte-Inhaber, namentlich von der Fondation Alberto et Annette Giacometti, von der Alberto Giacometti-Stiftung und von der Genfer Familie.

Das Projekt kommt auf der Grundlage einer Zusammenarbeit zwischen zwei Kulturinstitutionen zustande, die vom Wunsch getrieben sind, die Künstlerdynastie der Giacomettis näher zu bringen: der Espace des inventions in Lausanne unter der Leitung von Emmanuelle Giacometti und die Fondazione Centro Giacometti in Stampa. Bei dieser Gelegenheit fügen die beiden Institutionen ihre Kompetenzen zusammen: die Fondazione Centro Giacometti verfügt über eine ausgewiesene historische Kompetenz über das Leben und das Werk der Giacomettis und ihrer Verankerung im Bergell. Der Espace des inventions seinerseits - von der Stadt Lausanne, Kanton Waadt, Universität und ETH getragene Institution - blickt auf mehr als 15 Jahre Erfahrung zurück bei der Konzeption und Realisierung von Ausstellungen in den Bereichen Wissenschaft und Kultur speziell für Kinder und Jugendliche (siehe Vertiefung unten).

Damit wendet sich die Ausstellung in erster Linie an Schulklassen und an Familien. Sie wird aus rund zwanzig interaktiven Modulen bestehen, die es dem Besucher erlauben werden, aktiv die Inhalte zu entdecken. Sie dienen dazu, das Werk, die Künstlerfamilie und das Leben der Giacometti-Persönlichkeiten näher zu bringen: der Bekannteste, Alberto natürlich, sein Vater Giovanni, seine Brüder Diego und Bruno und auch Augusto, ein Vetter zweiten Grades des Vaters. Während zweier Jahre wird also die Ausstellung auf einer Fläche von insgesamt 110 m2 in Stampa zu sehen sein, im Geburtshaus von Giovanni Giacometti, dem ersten der Giacometti-Künstler.

Weil die Ausstellung sich an Kinder und Jugendlichen richtet und sie zweisprachig ist, auf Italienisch und Deutsch, wird sie zum idealen Ziel für Schulklassen aus dem Kanton Graubünden und aus der Provinz Sondrio, zumal ab nächstem Jahr auch Giacometti Art Walk® in den beiden Sprachen verfügbar sein wird. Damit können Gruppen sowohl kunstthematische Wanderungen, im Raum von Sils im Engadin bis nach Chiavenna, unternehmen als auch die interaktive Präsentation in Stampa besuchen. Die Eröffnung der Ausstellung ist für Ende Mai 2018 vorgesehen.

 


Foto: das Team des Espace des inventions auf der alten Brücke in Vicosoprano, vlnr: Christophe Rochat, Sandrine Hajdukiewicz, Marilune Aeberhard, Emmanuelle Giacometti (Leiterin ) und Roland Besse


Der Espace der Inventions

In der Vallée de la Jeunesse in Lausanne lokalisiert, ist der Espace des inventions ein Ort der Entdeckung von Kultur, Wissenschaft und Technik, der sich an ein breites Publikum, insbesondere an Kinder, richtet. Mittels interaktiver Ausstellungen, Werkstätten und verschiedener Veranstaltungen versucht der Espace des inventions das Publikum für die Kultur, die Wissenschaft und die Technik zu sensibilisieren, den Sinn für die Beobachtung, die Kreativität und den kritischen Geist zu entwickeln und die Neugier der kleinen und grossen Besucher zu wecken.
Seit seiner Eröffnung im Dezember des Jahres 2000, hat der Espace des inventions 11 Ausstellungen zu wissenschaftlichen Themen konzipiert und realisiert; im Bereich der Kultur waren es 7 Ausstellungen, zu verschiedenartigen Themen wie das Gleichgewicht, die Entdeckungen des Mittelalters, Jean Tinguely oder auch die Art brut. Im Jahr 2011 hatte der Espace des inventions die Ehre, den Prix Expo der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften für die Ausstellung „Die Finger im Gehirn“ zu erhalten. Mehr als 300’000 Besucher sind in diesen Ausstellungen bereits empfangen worden, die sich sowohl an das breite Publikum als auch an Schulen richtet (die ein Viertel der Besucher ausmachen). Die Besucherzahl liegt derzeit bei etwa 27’000 Personen pro Jahr.
Der Espace des inventions präsentiert derzeit und bis zum Juli 2018 die Ausstellung « T’es sûr-e ?“, eine Ausstellung, welche die Wissenschaft veräppelt. Vom November 2017 bis zum Juni 2018 wird parallel dazu die mit dem Museo in Erba in Lugano erarbeitete Ausstellung „Kleine Kunstgeschichte“ vorgestellt.
Die Stiftung des Espace des inventions wurde im Jahr 1998 von fünf Partners ins Leben gerufen: die Stadt Lausanne, der Kanton Waadt, die EPFL in Lausanne, die Universität von Lausanne und der Centre vaudois d’aide à la jeunesse (CVAJ).
Zusätzlich zu diesen fünf Partnern wird der Espace auch von der Region Lausanne und von HES-SO unterstützt.


Giacometti Art Walk

Alberto, neuer Fotoband

Künstlerdynastie

 

Zaccaria Giacometti

Frühgeschichte Bergell

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Mitglieder

 

Statements

Claudia Demel

Ich möchte behaupten, dass das Werk der Giacomettis nur zu verstehen ist, wenn man die Auseinandersetzung mit den Künstlern selbst sucht. Und diese Suche führt einen zwangsläufig ins Bergell und nach Stampa als einen Ort der lebenslangen Inspiration und Verbindung.
Ermöglichen wir also diese Reise durch das Dreigestirn der Künstlerfamilie Giacometti aus Werk – Personen – Schaffensort all jenen, die sich auf diese spannende Reise begeben wollen. Lassen wir den Stern Stampa erleuchten. Ich helfe sehr gern dabei.

Claudia Demel, Basel, Kunstinteressierte und Fachjournalistin