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Giacometti-Gräber auf dem Friedhof von San Giorgio restauriert

Stampa, im September 2017 / Die Gräber von Giovanni und Annetta Giacometti-Stampa sowie von Alberto und von Diego Giacometti im Friedhof von Borgonovo hatten sich in den letzten Jahrzehnten verändert: die Grabsteine waren aus dem Lot geraten, und die Oberfläche der Stele auf dem Grab von Giovanni und Annetta war derart durch Flechten bewachsen, dass die Symbole als Reliefs nahezu unlesbar geworden waren. Ausserdem hatten die Bronzereliefs bei Alberto und Diego Schaden genommen. Nach einer koordinierten Aktion durch eine Restauratorin sehen die Gräber nun wieder gut aus.


Der Friedhof von San Giorgio, der sich entlang der Kantonsstrasse zwischen Borgonovo und Stampa befindet, wird oft besucht. Immer wieder kommen hier Leute vorbei, die Gräber der Giacomettis finden grosse Beachtung; die Künstler der Familie Giacometti liegen hier zusammen mit den verstorbenen Menschen von Borgonovo und des oberen Teils von Stampa begraben. Die Gemeinde Bregaglia hatte die Künstlergräber zu „Tombe di famiglia“ klassiert, zu geschützten Familiengräbern also, welche für die Nachwelt erhalten werden sollen.

Dazu gehört aber auch die fachlich korrekte Restaurierung der Grabsteine mit ihren Inschriften und Bronzereliefs. In einem ersten Schritt Jahr 2015 hatten die Fondazione Centro Giacometti und die Amici del Centro Giacometti den Grabstein des Grabes von Alberto Giacometti in die Vertikale nivellieren lassen. Im Verlauf des Sommers 2017 folgten nun breiter angelegte Restaurierungsarbeiten an drei Gräbern. Als Trägerschaft fungierten hier die Alberto Giacometti-Stiftung in Zürich und die Familie.

Im Verlauf des letzten Sommers hat die Restauratorin Kathrin Harsch den biogenen Bewuchs auf dem Grabstein von Giovanni und Annetta Giacometti-Stampa sorgsam entfernt, nachdem die Grundplatte der Stele von der Firma Ganzoni aus Vicosoprano in die Horizontale gebracht worden war. Die Inschrift wurde mit Erhalt der heutigen Fassung zurückhaltend retuschiert. Dieser Grabstein ist übrigens ein Werk Albertos, der im Jahr 1934 einen Granitstein aus dem Flussbett der Orlegna bei Maloja künstlerisch gestaltet hatte.

Kathrin Harsch hat ausserdem einen braunen Anstrich am oberen linken Bereich des von Diego realisierten Bronzegusses am Grabstein von Alberto entfernt. Ebenfalls entfernt wurden Kupferläufe und schwarze Schmutzfahnen auf der Oberfläche des Steines am Grab von Diego Giacometti.



Die Verbesserung an den Gräbern von Giovanni, Annetta, Alberto und Diego sind ein echter Gewinn. Allen Beteiligten, die sich konstruktiv an den Arbeiten beteiligt haben, danken wir für die wertvolle Unterstützung bei dieser Sache. Der Friedhof von San Giorgio ist nun wieder bereit für Personen, die sich für das Erbe der Giacometti-Künstler im Bergell interessieren. Der Friedhof von San Giorgio ist übrigens Schauplatz von einigen Beiträgen, die auf Giacometti Art Walk® im Weg „Das Leben und der Tod“ präsentiert werden, ab dem Frühjahr 2018 auch auf Deutsch verfügbar.





Bilder unter: die Gräber vor der Restaurierung im Jahr 2012 (links) und nach der Restaurierung im September 2017 (rechts)





Fotos: Kathrin Harsch und Marco Giacometti
Foto mit Kathrin Harsch an der Arbeit: Carlo Meazza


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Andreas Kley

 

Ich wollte Sie nur wissen lassen, dass ich das Projekt des Centro Giacometti gerne unterstütze, soweit es Zaccaria Giacometti anbelangt.
Prof. Dr. Andreas Kley, Ordinarius, Lehrstuhl für öffentliches Recht, Verfassungsgesschichte sowie Staats- und Rechtsphilisophie am Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich, 20. August 2010