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Talmuseum Ciäsa Granda: mehr Raum für die Giacomettis

Stampa, 8.12.12/ Die zwei Museumsexperten Christof Kübler und Beat Stutzer haben im Schulhaus von Stampa ihre erwartete Analyse über den aktuellen Stand des Talmuseums Ciäsa Granda vorgestellt. Sie zeigten mögliche zukünftige Entwicklungen auf, welche die Attraktivität des Standortes fördern sollen. Die externe Meinung wurde von der Società culturale di Bregaglia, der Eigentümerin der Ciäsa Granda, in Auftrag gegeben. Diese soll die Vereinigung beim Einschlagen des richtigen Weges zur Neulancierung des Talmuseums unterstützen. Die Autoren der Studie brachten den Enthusiasmus und die Professionalität von Remo Maurizio zum Ausdruck, der nach und nach das Museum in Stampa entwickelte und es mir der Gesamtthematik des Tales füllte. Sie haben aber auch darauf aufmerksam gemacht, dass eine Auffrischung und Aktualisierung der Präsentation nunmehr notwendig geworden ist, um den Erwartungen eines modernen Publikums gerecht zu werden. Kübler und Stutzer sind sich einig darüber, dass die Präsentation des Giacometti-Werks von jener anderer Künstler abgekoppelt und erweitert und dass das Atelier Giacometti für das Publikum zugänglich gemacht werden muss.

Nach Kübler und Stutzer bestünde die Besonderheit der Ciäsa Granda gerade in der Kombination von für kleine lokale Museen klassischen Themen (Natur und Kulturgeschichte) mit der Präsentation einer beachtlichen Kunstsammlung. Diese Konzentration von Themen und Inhalten unter einem Dach soll nach Meinung der konsultierten Experten auch in Zukunft beibehalten werden. Es sei jedoch unabdingbar, die Ausstellung aufzufrischen und zu aktualisieren und das Angebot zu erweitern.
Einige der vorgeschlagenen Massnahmen sind mit geringem Aufwand machbar. Andere erfordern hingegen die Entwicklung eines neuen Museumsleitbildes und beträchtliche finanzielle Mittel. Dabei handelt es sich um Eingriffe, welche die Reorganisation von einzelnen Ausstellungselementen zum Ziel haben (zum Beispiel die Mineralogie und die geotouristischen Themenwege von Prof. Hans Rudolf Wenk), aber auch die Auslagerung von einzelnen Präsentationen (die Zuckerbäckerei) und der Bibliothek und des Archivs in den Palazzo Castelmur. Nötig ist auch ein neuer Ansatz der didaktisch konzipierten Wissensvermittlung, weil dadurch die wissenschaftlich anspruchsvollen Inhalten wesentlich besser den Besuchenden näher gebracht werden können. Die Erwartungen des Publikums haben sich in den letzten Jahren tatsächlich gewandelt.

Schaffung von zusätzlichem Museumsraum
Die von den Experten vorgeschlagenen Massnahmen betreffen jedoch nicht allein die Reorganisation und die Aktualisierung. Vielmehr werden auch bauliche Erweiterungseingriffe an beiden Gebäudeenden der Ciäsa Granda vorgeschlagen: eine Erweiterung des unterirdischen Kulturschutzraumes, um die Werke der Künstler der Familie Giacometti von jenen der anderen Künstler räumlich zu trennen und der Erwerb des angebauten Hausteils, das der Familie Stampa gehört. Damit würde neuer Raum im Eingangsraum geschaffen, der zu einem echten grosszügigen Empfangsraum mit Kassa, Shop und Cafeteria umgestaltet werden kann.

Die Giacometti verdienen mehr Raum
Nach der Ansicht von Beat Stutzer stellt die Künstlerfamilie Giacometti ein weltweit einmaliges Phänomen dar. Dieses Thema scheint über das grösste Entwicklungspotenzial zu verfügen. Die Autoren der Studie schlagen vor, den unterirdischen Werk-Ausstellungsraum zu erweitern und derart baulich zu unterteilen, dass in einem Giacometti Raum einzig und allein Werke der Künstler von Stampa Platz finden, während die Bilder anderer Künstler in einem zweiten, benachbarten Saal zu besichtigen wären. Es wäre nämlich durchaus möglich, weitere Giacometti-Werke zu zeigen, die in Form von Legaten oder Leihgaben den Weg nach Stampa finden würden und einige Lücken in der Sammlung schliessen könnten. Im vorgelagerten Zimmer wird von Beat Stutzer eine Foto-Ausstellung zum Thema der Künstler vorgeschlagen, während das Giacometti-Atelier unbedingt für das Publikum zugänglich gemacht werden müsste, mit denselben Öffnungszeiten wie jene der Ciäsa Granda.

Zusammen für das Bergell
Die Autoren der Museumsstudie, Christof Kübler und Beat Stutzer, haben also einen anspruchsvollen Diskurs entwickelt, der, um auch tatsächlich umgesetzt zu werden, die Einbindung  der anderen Kulturprotagonisten des Tals und jene der Gemeinde Bregaglia erfordert. Die Ausnützung möglicher Synergien würde Doppelangebote ausmerzen können und einzelne Bereiche derart sinnvoll aufteilen, dass die Präsentation auf professioneller Art und Weise erfolgen könnte. Dies erfordert jedoch die Schaffung einer neuen Trägerschaft, welche das zukünftige Talmuseum betreiben wird sowie eine neue Finanzierungsstrategie, die zusammen mit der Gemeinde erarbeitet werden muss. Es ist nun Aufgabe der Bergeller Kulturgesellschaft, die gemachten Vorschläge zu evaluieren und einen Entscheid hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den anderen Kulturinstitutionen des Tals zu fällen.

Marco Giacometti, Präsident der Amici del Centro Giacometti

 

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Qualcosa della sua valle, dei suoi monti, i dirupi del Piz Duan, le spaccature fendenti del Sciora, è rimasto come segno indelebile nelle sue sculture. Lo scabro, il roccioso, il ferrigno, l'impervio, il solenne, il disadorno, il solitario, il selvaggio sono rimasti in lui come radici che affondano nella sua terra.
Mario Negri, 1966